Bericht über die
Exkursion nach Franken vom 4. bis 9. Juli 2004

1. Tag Drügendorf

Am frühen Sonntagmorgen trafen sich die Exkursionsteilnehmer auf der Berner Allmend. Benno, unser Exkursionsleiter verteilte uns eine Liste mit den Exkursionsorten und den entsprechenden Wegbeschreibungen. Nun konnten wir losfahren. Die lange Reise führte uns mit den Autos nach Drügendorf in Franken. Diese Grube ist für Besucher nur am Wochenende offen. Damit wir auch dort nach Fossilien suchen konnten, stellte Benno kurzerhand das Programm um. Er erklärte uns vor Ort die Fundmöglichkeiten und Fundorte in der Grube und schon ging es los. Wir waren ungeduldig, gespannt und erwartungsfroh. Eifrig schlug Tim, unser jüngster Teilnehmer nach fachkundiger Anleitung durch Yolanda und Hans die Gesteinsbrocken auf. Werner grub einige tiefere Löcher in die Grubenwand wo er dann auf die “richtige” Schicht mit den Ammoniten traf. Vreni durchsuchte wie die andern mehrheitlich die Abraumhalden. Tatsächlich wurden dann auch einige schöne Ammoniten gefunden. So konnte sich Benno an einem 9 cm grossen Exemplar erfreuen. Aber auch alle andern fanden gute Stücke.

Gegen Abend fuhren wir ins Hotel Distlerhof nach Leinburg. Dies sollte unsere “Bleibe” während der Exkursionswoche sein. Im schönen Garten liessen wir uns kulinarisch verwöhnen.

2. Tag Buttenheim

Ammonit, Buttenheim/Ludwag

Ammoniten, Steinbruch Buttenheim (li.)
und Steinbruch Ludwag (re.)

Bei gutem Wetter fuhren wir zur Grube Buttenheim, wo wir nach den Instruktionen von Benno nach pyritisierten Ammoniten suchten. Zuerst schritten wir die Abräume der zugänglichen Grubenseite ab. Eifrig gruben wir dann im Ton nach den begehrten Objekten. Hans fand einen schönen pyritisierten Ammoniten und Yolanda entdeckte eine schöne Platte mit Posydonien – Muscheln. Aber auch Jeannette, Vreni und Werner waren bei der Suche erfolgreich. Der kleine Tim fand neben der Grube auch einen Platz zum spielen, nachdem er doch erstaunlich lange mitgesucht hatte.

Natürlich durfte das Picknick mit Siesta im Grünen am Grubenrand nicht fehlen. Schliesslich war die Arbeit anstrengend gewesen.

Am Nachmittag erklärte uns ein einheimischer Sammler die Schichten der Grube. Ja, früher wurden hier wohl ausserordentliche Funde gemacht. Aber auch heute konnten wir mit der Ausbeute zufrieden sein.

Bei der Rückfahrt ins Hotel verpassten wir irgendwo eine Autobahnabzweigung, was zu einer Odysee durch die Gegend führte. Aber schliesslich erschienen wir dann doch alle frisch geduscht zum herrlichen Nachtessen.

3. Tag Ludwag II

Ammonit, Ludwag

Ammonit, Steinbruch Ludwag

Weil für den Vormittag schlechtes Wetter gemeldet wurde, entschlossen wir uns nach Bayreuth zu fahren. Leider war aber das paläontologische Museum an diesem Tag revisionsweise geschlossen, so dass halt nur eine Stadtbesichtigung möglich war.

Ammonit, Ludwag

Ammonit, Steinbruch Ludwag

Dank der Wetterbesserung fuhren wir dann gegen Mittag nach Mistelgau. Wir sahen uns dort in der Deponie des Abbaus aus der Grube von nebenan nach Fossilien um.

Das Beste waren aber nur zerschlagene Keramiktassen. Wir sahen bald ein, dass dort zur Zeit nichts zu finden war. So fuhren wir zur Grube Ludwag II weiter. Dort waren dann hervorragende Funde möglich. So fand Rolf eine schöne Pecte. Werner konnte an der hinteren Grubenwand nach langer, harter Arbeit grosse Ammoniten bergen. Aber auch Jeannette und Vreni bargen grosse Ammoniten. Dank dem besseren Wetter und den schönen Fundmöglichkeiten arbeiteten wir hier an den Grubenwänden bis gegen 19 Uhr. Die Suche hat sich hier gelohnt, denn alle Exkursionsteilnehmer konnten sich über schöne kleinere Ammoniten freuen. Nach der nächsten Irrfahrt auf dem Heimweg durften wir uns im Hotel erneut kulinarisch verwöhnen lassen.

4. Tag Ammelhofen

Heute wollten wir es nochmals in den Deponien versuchen. Als erstes besuchten wir zu den dem Ausgangsort nahegelegenen Deponien Leinburg, Winn und Pollanten. Aber es war wie verhext. Entweder existierten diese nicht mehr, oder es liess sich darin nichts Brauchbares – aus der Sicht des Fossiliensammlers wohlgemerkt – finden. Unser Reiseorganisator Benno war wirklich zu bedauern. Er gab sich alle erdenkliche Mühe uns zu guten Fundstellen zu führen, aber die Angaben in seinem Buch stimmten halt teilweise nicht mehr. Ein kühles Bier im Garten des “schwarzen Adlers” liess uns neuen Mut tanken und schon gings weiter zur Grube Ammelhofen. Da gab es nun wirklich viel Schönes zu finden. Lotti und Werner entdeckten wunderschöne Calcite. Hans fand schöne Glauconite (Gemisch aus Eisenoxyd und Mangan). Auch weisser Marmor war anzutreffen. Während wir eifrig suchten, sprang unser junger “Sonnenschein” Tim auf den Sandhaufen umher und hatte sichtlichen Spass daran. Da entdeckte Rolf in einem neuen Abschitt einen grünen Ammoniten. Bald durchwühlten auch alle andern diese Abraumhalde. Dabei konnten einige schöne grasgrüne Ammoniten gefunden werden. Dem geduldigen Hans gelang es, zwei besonders erwähnenswerte Stücke heil aus den Gesteinsbrocken zu klopfen.


Ammonit, Ammelhofen

Ammonit, Steinbruch Ammelhofen



Gegen Abend vertrieb uns dann der einsetzende Regen in Richtung unseres Hotels.


Ammonit, Ammelhofen

Ammonit, Steinbruch Ammelhofen

5. Tag Blumenberg

Nahe der bekannten Ortschaft Eichstätt besuchten wir die Grube Blumenberg. Bei grösster Hitze spalteten wir heute Tonplatten. Dazu verwendeten wir speziell breite Meissel. Dank den von Yolanda gespendeten Glacen war die Arbeit auszuhalten. Ab und zu waren kleine freischwimmende Seelilien (Saccocoma) und seltener kleine Ammoniten zu finden. Vreni und Werner waren recht erfolgreich. Jeannette durfte sich sogar über den Fund eines kleinen Fisches freuen. An einer besonderen Stelle mitten in der Grube waren beachtliche Dendriten zu finden. Erneut konnten alle Teilnehmenden etwas gutes nach Hause nehmen.



Mitte Nachmittag erlöste uns Benno von der Hitze. Er lud uns ins Museum Bergér ein. Dort bewunderten wir bei angenehmen Temperaturen die Privatsammlung mit der grossen Vielfalt an fossilen Fischen, die in der nächsten Umgebung gefunden wurde.

Dendriten, Eichstätt

Dendriten, Eichstätt

6. Tag Holzmaden

Ammonit, Holzmaden

Pyritisierter Ammonit, Steinbruch Holzmaden

Am Samstag war die Rückreise in die Schweiz angesagt. Zwei nahmen die weite Reise direkt unter die Räder. Die meisten Teilnehmenden fuhren jedoch noch ins berühmte Urweltmuseum nach Holzmaden. Einige suchten danach im Nachbarort Ohmden in der dortigen Grube nach Tonplatten mit pyritisierten Ammoniten um danach ebenfalls in Richtung Schweiz weiterzufahren.


Ammonit, Holzmaden

Pyritisierter Ammonit,
Steinbruch Holzmaden

Hier bleibt mir nur noch Benno ganz herzlich für die grandiose Organisation zu danken und allen Teinehmenden, dass die Stimmung so gut war.


Bericht von Rolf Racine

Fossilien: Hans Flück
Fotos: Frank Elsner

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